Die Osterinsel

Vernichtung einer Welt im Zeitraffer

Die Osterinsel ist eine recht kleine Insel mitten im Pazifik. Sie ist nur 24 km lang und 13 km breit.
Besiedelt wurde die Insel recht spät, irgendwann zwischen dem Jahr 500 und 1000 nach Christus.

 

Zunächst ging noch alles gut. Man betrieb Ackerbau mit den eingeführten Süßkartoffeln und ernährte sich von dem, was das Meer hergab. Ab dem 12. Jahrhundert beginnen die Siedler, gigantische Bauwerke zu errichten - Zeremonialplattformen, steinernde Statuen - für die die Insel noch heute bekannt ist -, Zisternen und Beobachtungstürme.

 

Doch ab dem 13. Jahrhundert wurde die Insel radikal entwaldet, um große Kanus bauen zu können, und die Landwirtschaft wurde intensiviert. Das Innere der Insel wird besiedelt. Wer sich dort niederließ, hatte keinen direkten Zugang mehr zum Meer und musste seine Nahrung woanders suchen. Die Anzahl und Artenvielfalt der Seevögel, die als Nahrungsquelle dienten, nahm rapide ab. Es kam vermehrt zu kriegerischen Auseinandersetzungen, auch Fälle von Kannibalismus könnte es gegeben haben.

 

Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Bauwerke nicht mehr weitergebaut, die Kultur, die auf Ahnenverehrung und Respekt vor der Natur gründete, verfiel.

 

Die Mehrheit der Forscher sind sich heute sicher, dass dieser Verfall von den Menschen selbst verschuldet war. Durch den Raubbau an der Natur geriet das ökologische Gleichgewicht auf der kleinen Insel aus dem Lot. Dürren und Hungernöte waren die Folge.

 

Und wie schon Bertholt Brecht sagte: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.